Reparatur des Göpelwerkes auf dem Eekenhoff

 

 

Textfeld: Während des Erntefestes auf dem Eekenhoff am 04.Oktober 2009 brach die Aufnahme eines der Zahnräder in unserm Göpelwerk. Der Schaden stellte sich im ersten Moment katastrophal dar: Die Aufnahme war Teil des gusseisernen Gehäuses und in viele kleine Teile zerbrochen. 
(Gusseisen lässt sich praktisch nicht schweißen)
  

 

 

Textfeld: Der Göpel hatte an dieser Stelle schon seit langem Risse und war seinerzeit so gut es ging geflickt worden.

 

Ein Göpelwerk ist im Grunde ein großes Getriebe,

das die langsame Drehbewegung der Pferde von

etwa zwei bis drei Umdrehungen pro Minute in eine

für die Maschinen nutzbare Drehzahl von etwa

einhundert Umdrehungen pro Minute übersetzt.

Hier eine Übersicht über die Teile unseres Göpels:

 

Die Glocke von oben:

 

An der Glocke sind die Bäume befestigt an denen die Pferde

angespannt werden, sie ist auf dem Innenring verzahnt und

treibt das Ritzel an.

 

 

Ritzel und Tellerrad bilden eine Einheit. Das Tellerrad treibt das

Kegelrad an wobei die Drehachse von senkrecht auf waagerecht

geändert wird. Über eine Welle, die im Sockel des Lagerdomes

 für die Glocke gelagert ist wird die Drehung auf den Freilauf und

dann über ein Kardangelenk auf die Abtriebwelle übertragen.

Auf der Oberseite des Tellerrades gegenüber dem Kegelrad

befindet sich ein Niederalter. Die Rolle im Niederhalter sorgt dafür,

dass das Tellerrad nicht durch die Kräfte des Kegelrades nach oben

ausweichen kann. Die Lagerungen für alle drei Wellen sind in einem

gusseisernen Block untergebracht.

Der Lagerdom für die Einheit Ritzel/Tellerrad war gebrochen.

 

Der gusseiserne Lagerblock nach dem Zerlegen:

(Schon mit der neuen Lagerung)

 

Zur Reparatur haben wir in einen Stahlzylinder Aufnahmen

für zwei Kugellagereingedreht und diesen auf eine

Grundplatte geschweißt. Um dem ganzen mehr Stabilität

zu geben haben wir drei Platten zur Versteifung angebracht:

(3D Ansicht der neuen Lagerung)

 

 In der Grundplatte befindet sich eine Öffnung, durch

die wir das Lager montieren und mit einem Sprengring

sichern konnten.

 

(Schnitt durch die neue Lagerung)

 

Der Gusseiserne Lagerblock wurde an der Stelle

der alten Lagerung des Tellerrades flach geschliffen

um eine Anlagefläche für die neue Aufnahme zu

bieten. Anschließend wurde die neue Lagerung

durch den Lagerblock hindurch mit dem Sockel

des Göpels verschraubt.

 

 

 

 

 

 

 

Dann konnte das gereinigte und gefettete Tellerrad auf die neue Welle gesetzt werden.

Das Tellerrad von Oben,

 

von Unten

 

und nach der Montage

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt musste noch der Niederhalter angebracht und eingestellt werden:

 

 

 

 

 

Gemeinsam wurde nun noch die Glocke wieder aufgesetzt:

 

 

Vor dem ersten Probelauf nur noch das Ritzel fetten…

 

 

Die Reparatur war erfolgreich und hat einen

angenehmen Nebeneffekt:  Durch die neue Kugellagerung

läuft der Göpel deutlich leichter als vor der Reparatur.

 

Hier noch ein paar Bilder vom Freilauf und Kardangelenk